Unser Schiff
Wir führen Monitoring- und Ersthilfeeinsätze im zentralen Mittelmeer durch. Zwischen Sizilien, Tunesien und Libyen dokumentieren wir das maritime Grenzregime, sichern Menschen aus Seenot und leisten medizinische Erstversorgung. Wir arbeiten unabhängig von staatlichen Strukturen und handeln ausschließlich nach internationalem Seerecht sowie humanitären Prinzipien.
Unsere Schiffe sind keine Statussymbole. Sie sind operative Werkzeuge für maritime Solidarität. Mit der Thetis II setzen wir die Arbeit fort, die wir mit der Imara begonnen haben: dokumentierende Präsenz auf der tödlichsten Fluchtroute des Mittelmeers. Mit beiden Booten verfolgen wir denselben Auftrag – unabhängige Beobachtung, medizinische Ersthilfe und die Durchsetzung humanitärer Prinzipien unter extremen Bedingungen.
Thetis II
Die Thetis II trägt den Namen einer griechischen Meeresgöttin und verkörpert Stärke sowie Schutz auf hoher See. Als 14,5 Meter lange Stahlyacht mit Langkiel ist sie exakt für die rauen Bedingungen zwischen Sizilien, Tunesien und Libyen konzipiert. Kursstabil, langlebig und ideal für Monitoring sowie Ersthilfe. Nach der Werftzeit im Winter 2026/2027 geht das Schiff im Frühjahr 2027 offiziell in Betrieb. Sie steht für Kontinuität nach dem Abschied von der Imara, für planbare Einsatzbereitschaft und für die klare Haltung: Wo staatliche Strukturen versagen, handeln wir zivil. Mit Hoffnung und konkreter Solidarität.
- Im Einsatz ab
- 2027
- Größe
- 14,5 m lang x 4 m breit
- Besatzung
- 6 Personen
- Kapazität Gäste
- 60 Personen ( + 300 in Rettungsinseln im Notfall)
- Geschwindigkeit
- bis zu 8 Knoten
- Gewicht
- 20 t
- Schiffstyp
- kuttergetakelter Stahl-Langkieler
- Motor
- OM352
Impressionen von der Thetis II
Imara
Der Name Imara stammt aus dem Swahili und bedeutet „die Willensstarke“. Das Schiff wurde vorher von der NGO RESQSHIP als Josepha betrieben und später an r42 übergeben. Nach einer aufwendigen 18-monatigen Restaurierung stachen wir im Oktober 2021 zur ersten Einsatzrotation zwischen Sizilien, Tunesien und Libyen in See.
In ihrer aktiven Zeit absolvierte die Imara 13 Monitoring- und Ersthilfe-Rotationen und begleitete rund 1.000 Menschen aus Seenot in einen sicheren Hafen. Sie steht für den unbedingten Willen zur Solidarität und unsere klare Haltung: Staatliche Abschottung darf nicht über Leben entscheiden.
Die Imara war als Schoner mit zwei Masten konstruiert und konnte mit fünf Segeln gesegelt werden: Großsegel, Genua, Fock, Stagsegel am hinteren Mast sowie das charakteristische Fishermansegel zwischen den Masten. Die außergewöhnliche Bemalung durch das Graffiti-Kollektiv 1up verlieh ihr eine unverwechselbare Identität. Technisch extrem robust gebaut, war sie so ausgelegt, dass sie theoretisch auch in Polargebieten sicher zu manövrieren wäre. Ursprünglich mit einem Hubkiel ausgestattet, funktionierte die Hebevorrichtung nicht mehr und der Kiel blieb dauerhaft auf 3,6 Meter Wassertiefe fixiert. Dies gewährte hohe Stabilität bei rauer See, schränkte jedoch Manövermöglichkeiten in flachen Gewässern ein.
Bei der Werftinspektion im März 2026 wurden erhebliche Rostschäden und Schimmelbefall sichtbar. Nach einer gründlichen technischen und sicherheitsrelevanten Bewertung entschieden wir, dass eine weitere Nutzung nicht vertretbar ist. Im Sommer 2026 ging die Imara offiziell in Rente. Den Auftrag übernehmen wir mit der Thetis II – technisch angepasst, politisch unverändert.
- Im Einsatz
- 2021–2025
- Menschen versorgt und begleitet
- 1.000
- Baujahr
- 1979
- Größe
- 14 m lang x 4,5 m breit
- Gewicht
- 22 t
- Besatzung
- 6 Personen